Montag, 2. Februar 2015

Schlaflos in Brasilien - Bildungsreise vom 29.1. - 10.2.2015

1. Tag: Zu Füßen von Christus

Die Anreise über Tegel und Paris für die sieben Menschen erforderte etw 23 Stunden von zu Haus zu Haus Hotel in Rio.

Niemand der Mitreisenden war jemals in Brasilien, niemand in Südamerika. Alle da, alle gepackt, alle durch den Zoll, alle mit einer Bordkarte für zwei Flugabachnitte.
Pünktlich ab Tegel, gestreikt wurde woanders, pünktlich an Paris, leere Hallen, gute Düfte, drei Stunden Zeit vor dem 11 Stunden Non-Stop-Flug nach Rio. Gelegenheit zum Leeren der Mails, letzte kontinentale Anrufe. Grüße, Abschied, immerhin ein neuer Kontinent. Aber auch Gelegenheit für alle sieben, sich in die Augen zu schauen, die Baujahre zu vergleichen, die Klassenkasse zu delegieren und die Verbindungswege hierhin auszutauschen. Fünf waren schon mal auf Tour in und um Kapstadt. Auch nicht ganz nah. Beginnende Gruppenkonzentration.

Der langsame Einstieg in die volle Maschine, die sieben verteilt, nur bisweilen zwei beieinander, bewegte sich die Maschine gegen 23.30 Uhr und rollte die gewaltigen Start- und Landebahnen entlang, so dass es schien, sie wolle den ganzen Weg rollen, doch dann, blieb stehen und machte nur noch Motorengeräusche. Ja, es stimmt, es hatte geschneit, doch wirklich nur ein wenig. Eine Stunde nach dem " Start" wurden helle Lichter in der Luft sichtbar, bewegten sich in verschiedene Richtungen... Jetzt bloß nicht wieder umkehren, wie wollen noch weit...dann bewegte sich einer der Arme auf den beeisten Flügel unbeholfen zu und versuchte Wasser gezielt einzusetzen , ging aber nicht, wieder, dann endlich ein zweiter, besser geübt, geschafft und Zack: Abflug knapp zwei Stunden später.

Dann gab es auch was vom Personal in  der Holzklasse. Man will nicht ungerecht sein: Wenn 11 Stunden Flug, will man eine ausgeruhte Mannschaft, incl. Captain!

Ein ruhiger Flug, nur 15 Minuten Äquatorerschütterung nach sieben Stunden und 4000 Meilen eine anregende Abwechslung kurz vor Sonnenaufgang.

Die sanfte Landung um 9.12 Uhr - nur drei Stunden Zeitdifferenz - wurde mit Beifall quittiert: Endlich raus hier!

Knappe drei Stunden später - Zack Zoll, Koffer, Transort - bereits im Hotel mit tollem Blick auf Küste copacabana, Zuckerhut und ausgebreitetem Christus.
Auf dem Wege dorthin erfasste fast alle Mitreisenden eine motorische Hyperaktivität in Form von Foto und Video, die vermuten ließ, die Abreise sei schon einen Tag später. Doch, was man hat, das hat man. (das waren ziemlich genau 24 Stunden Anreise)

Doch keine Sorge, keine Langeweile.

Angekommen im Hochsommer - 34 Grad - schwer einzuschätzen, wenn man aus dem Winter kommt: Heiß, aber trocken und windig genug, um unerträglich zu sein.

Wassernotstand steht vor der Tür, lernten wir beim Rundgang durch eine Schule, keine 10 Taximinuten entfernt von unserem Hotel, somit war genug Zeit, die Klamotten zu wechseln, auszupacken, zu duschen. Die Schulsekretärin aus BaWue kennt jeden Stein: Seit 20 Jahren ist sie hier, wo früher die amerikanische Botschaft war, als Rio noch Hauptstadt, bevor Brasilia erdacht und ernannt wurde - ein toller alter geräumiger Bau mit Raum für Höfe, breite Marmortreppen,
am Fuße des Felsens mit dem breitarmigen Christus, den jeder kennt.
Bald werden Sie wieder den Strom rationieren, dann geht Airconditioning auch nicht, was die Lehrer wegen Halswehdroh sowieso nicht wollen, aber insgesamt werde hier überall soviel Wasser aus Gewohnheit verschwendet...alle stöhnen  unter der Hitze.

Die 50 Jahr- Feier steht an, 1300 lernende bilingual incl. Kita, 50 Abiturienten, Inklusionspreis 2014, Elternträgerverein zur Stiftung geworden, 800 Euro Schulgeld, sehr gebildete Elternhäuser, fast alle brasilianisch, gute Englischprogramm, also doch fast mehrsprachig, wenngleich @ Portugiesisch - dazu kommt die Bund-Länder-Kommission - das internationale Abitur ab 2016- Bewegung.
Angenehmer Austausch auch mit den Leitenden, seit 2012 hier, wollen im Oktober kommen nach Berlin

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