Montag, 2. Februar 2015

Schlaflos in Brasilien - Rio, 1. Februar 2015

Nach dem zweiten Fruehstueck lernten wir unseren heutigen Stadtfuehrer kennen,
der uns die Innenstadt zeigen wollte. Die U-Bahn-Variante legten wir beiseite und fanden beengten Paltz in seinem kleinen Dreireiher.
Die erste Station, eine Benedektinerkirche, verhiess eine Messe um 10 Uhr, mit gregorianischem Gesang. Wie so oft, war die Kirche in rstauro, doch wurde sie weiter bespielt. Der Gesang entsprach nicht dem Standart und auch die Lithurgie war 40 Jahre alt.. MAcht nix. Die Sonne war hearusgekommen, der Tag wurde heller,
nachdem grosse Regenschauer die Nacht ueber alle, die keinen festen Schlaf haben wie ich, aus dem selbigen rissen. Erfrischend!

Dieter, unser heutiger Navigator ging zurueck in die Zeit als die Portugiesen diesen Teil der Erde einfach durch Anwesenheit zu Ihrer Kolonie erklaerten, jedoch ohne zu wissen, wie so ein grosses Gebiet zu verwalten sei. Die seinerzeitig vier Huegel, heute stehen noch zwei davon, sollten samt ihren umliegenden Liegenschaften der Ordensgemeinschaft gehoeren, die auf der Spitze eine Kirche errichtete.
Das taten die vier konkurrierenden Orden, die Benedektiner, die Franziskaner, die Karmeliter und die Jesuiten. Ein Teil der heutien Eigentumsverhaeltnisse reflektiert dies heute noch. Offsensichtlich waren die Portugiesen gute Navigatoren und im Wettbewerb mit den anderen segelnden Nationen wie die Niederlande, die Franzosen und die Britten, doch an der Huerde des Aufbaus eigener Verwaltungen waren sie weniger geuebt. Dann ereignete es sich noch, dass Napoleon auf seine Art zu eingen suchte und schliesslich auch Lissabon besetzte, was dann aus hiesiger Sicht dazu fuehrte, dass der bis dahin abhaenige Monarchenspross Vollmachten wie ein Herrscher erhielt.
Er machte sich zum Koenig, zum Kaiser, erhielt hierfuer die kirchlichen Weihen, und Protugal als der ¨Besitzer¨verlor schon frueh den EInfluss. Die ueberstuerzte Abreise des damaligen Monarchchen aus Lissabon bedurfte allerdings segerischem Beistand gegen die unfreundlichen Franzosen, den nun die Englaender zur Verfuegung stellten, dafuer jedoch Handelrechte erhielten, die allen anderen, auch den Franzosen, vorbehalten blieben. Fortan hatten auch die Englaender ¨Zugang zu brasilianischem Zucker, Kaffee, Gold, Holz (Tropen).

Der seinerzeitige Herrscher hatte ein kleines Regierungshaus, welches auch heute noch als bescheidenes Haus in Form eines Museums zu besichtigen ist. Sein Vroplatz wurde uns durch Abbildungen aus den Jahren 1580, 1620, 1750, 1790, 1840, 1870, 1911 und 1988 sichtbar gemacht und verdeutlicht. 
Die 1889 endende Monarchie und Sklaverei gingen unblutig vonstatten. Brasiliens Unabhaengigkeit eher ein Geschaeftsfuerherwechsel.
Die verschiedenen Ethnien und Gruppen am Gesellschaftsleben wussten so viel dann doch nicht voneinander, das ferne Protugal jedoch blieb ein Freund.

Unseren heutigen Leiter selbst hatte es durch den Zeppelin nach Brasilien verschlagen, denn das Elternpaar stammte aus Gluecksburg und sollte die Zeppelinlinie Friedrichshafen - New York - Rio vom Standort Recive vorantreiben. Das jaehe Ende mit der Explosion der Hindenburg in Newe York beendete auch die KArriervorstellungen des Vaters im Jahre 1937. Das Projekt wurde beiseite gelegt und nicht wieder aufgenommen. Posttransport auf Schiff und Flugzeug.  Die Eltern blieben in Brasilien und begannen Neues, die Kinder wurden Brasilianer evangelischen Glaubens, was sie nicht am Besuch einer katholischen Schule hinderte. 
Wir lernten, dass Brasilien mit dem EIntrittin den zweiten Wektkrieg 1942 in den vorhandenen Schulen jegkichen Deutschunterricht untersagte, selbst in der komplett deutschsprachigen Deutschen Schule, was erst im Jahre 1962 beendet wurde. 
Seinerzeit, im kalten Krieg, waren es auch die Amerikaner, die dem wachsenden Kommunismus auch in Brasilien ein Ende machen wollten und die Faeden im heutigen Lehrerzimmer fuer eine Abloesung der unliebsamen Regierung ermoeglichten, welche 20 Jahre lang durch eine Militaerjunta ersetzt wurde....
Wie schwarze Tiger 1996 zu Gadaffi kamen und als Zooprojekt Kamele nach Brasilien brachte, lernten wir ebenso wie die Geschichten zur Ausschreibung der militaerischen Abwehrraketen zur Sicherung der Fussball WM in Brasilien im vergangenen Jahr und wie Franz Beckenbauer in einer Apotheke unerkannt lieb, nicht aber Oliver Kahn. Wer wiss nicht, von den Korruptionen in Brasilien...
Die stadtgeschichlichen Erlaeuterungen im Hinblick auf die bevorstehenden Olympischen Spieleerhoelten neu Farbtupfer, asl wir die Modelle einerStrassenbahn sehen konnten, die im Zentrum fuer Entlastung sorgen soll. Das aendert gar nichts daran, dass es nur wenige Museen, ein Theater, keine eigene Oper, viele Airconditioner, viele Wasserkraftwerke, aber wenig Wasser und noch weniger Sonnen; und Windenergie gibt.Da man die Amerikaner nicht mag, die eigene Waehrung aber an den Dollar gekoppelt ist, kaum Feinde vorhanden sind, aber das Militaer trotzdem wachsen will, die Arbeitslosigkeit bei 5 % liegt, aber das Wachstum bei Null, die Favelas wachsen, aber staatliche Kranken- und Rentenversicherung zur Absicherung nicht ausreichen, die Schulpflicht besteht, aber private Schulen auf eigene Rechnung arbeiten muessen, merkt man, dass 25% der Bevoelkerung unter 18 Jahren die Entwicklung vorantreiben werden.
BEsuch im Marine-Museum, Besuch im Deutschen Verein, Sociedade Germania, gegruendet 1821, heute im ehemaligen Gebaeude eines brasilianischen Pr~sidenten, im Gruenen, aber Zaunnachbar einer Favela, mit Saune, Swimmingpool, tuerkischem Dampfbad, Kegelbahn und Billardtisch, doch nur noch mit 250 Mitgliedern bei 650 deutschen Betrieben in der Stadt, heute fast alles ¨normale¨Brasilianer, wo das Doppelte normal war....
Beim Essen im eutschen Club entschieden sich alle dazu, deutsche Essen zu testen. So kam es, dass Bratkartoffeln, Leberkaese und Bratwurst in Brasilien gegessen wurden von Menschen, die dies zu Hause bekaemen....
Der Abbschluss auf einem Flohmarkt, der sich Hippiemarkt nennt, weil viele freischaffende hier Kunstgewerbe feilbieten, an der Endstation der U-Bahn,die die erste ist.

Morgen mehr, vielleicht von Christus

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