Ich weiß gar nicht, wie diese Zeitzone heißt, die dreieinhalb Stunden vor der MESZ läuft. Zum Glück ist die Umstellung auf die Winterzeit vom Berlin-Marathon getrennt worden...
Nach deren heutigen Vorkonferenzen wurden die etwa 20 Aussteller, Sprecher und special Gäste am Abend gemeinsam zum Trinken und Essen geladen. Dabei lernte ich nicht nur, dass ganz Indien sich schämt wegen der Commenwealth-Spiele, doch am meisten, weil die Engländer gesagt haben, gebt uns zehn Tage, dann geht´s bei uns und die Inder arbeiten seit 7 Jahren an dem Projekt, was ein Siebenfaches (!?!) an Kosten produziert hat - also ganz im Weltmaßstab, wenn es ums Bauen geht, doch sicher fertig wird, aber nicht früher als zwei Tage davor! - sondern dass man einen 1928er Austin in einen Speisesall eines Restaurants stellen kann, Besteck auf die Kühlerhaube, Haupt- und Nachspeisen in den aufgefüllten Innenraum und die Suppe in den Kofferraum. Das Essen war gut.
Die Engländer haben wirklich einiges hiergelassen. Diesen Oldtimer behandeln sie wie ein Beutestück, das aber nicht in den Schrank gehört, sondern ruhig noch arbeiten darf, man darf es auch anfassen, wer unvorsichtig ist, stößt mit dem Stuhl dran und verursacht eine Schramme. KEIN PROBLEM!
Es gibt also doch noch Orte, die begehbar sind. So dieses INDISCHE RESTAURANT, wo wir verschiedene Speisen zu uns nehmen durften, nachdem viel Bier und Wein im Hinterhof des ersten Gebäudes am Orte mit einer gigantischen Lobby für Kleinhotel und Marketing LAVASA gereicht wurde. Wir erfuhren, dass der nächste dry day fast morgen gewesen wäre, doch weil Unruhen befürchtet wurden, wird der nächste dry day am Dienstag sein. Wer weiß, wo ich dann bin. Satyadeep, der 17 Jahre in Genf gearbeitet hatte und nun Gelder in Indien für gute Projekte von Indern und anderen Menschen, die zuviel Geld haben, aber was Sinnvolles fördern wollen, fand sich plötzlich völlig überrascht in der Minderheitenposition wieder, was in Indien wohl nicht so leicht passiert, doch internationale Schulen sind immer noch sehr oft dominiert von Amerikanern und Briten, Australiern und Kanadiern, selten Schweizern, kaum was anderes: So sind viele Dinge noch verteilt, wenn es um Geschäfte geht. Doch registrierte er auch eine Dummheit bei denen, die Indien links liegen lassen wie die IB-Organisation. Nun machen es die Inder selber. (DIE IBO h
at gerade Feuerunter dem Dach, nachdem bekannt wurde, dass sie aufgrund eines amerikanischen gesetzes einem kubanischen Prüfer wegen seiner Nationalität seine Prüfungserlaubnis entzogen haben!)
Ein Wort zur Nachbarschaft und indischen Perspektive: Nein, meinte er , China sei kein Feind, kein Konkurrent, nur könne man sich nie sicher sein damit, was sie militärisch vorhätten, immerhin berge der Himallaja 50% (!) der Weltwassererserven und hier sehe man dass so, dass die Chinesen mit dem Tibet begonnen hätten, sich ihren Anteil zu vergrößern, nun seien 95.000 chinesische Soldaten in Pakistan und in Indien glaubt niemand, dass nur einer davon wieder Pakistan verlassen wird. Pakistan hat über 200 Millionen Einwohner, nicht viel weniger als die USA, Bangladesh ist auch fast so bevökerungsreich, also müsse man sehen, dass die Stimmung gut bleibe. Die USA hätten sich ja leider aus der Weltgeschichte herauskattapultiert, indem sie sich den Irak genommen hätten und niemand in Asien glaubt an die Geschichte von Demokratie, aber an die Geschichte von Öl und wenn die das dürften, dann werden sich andere, wenn es um Rohstoffe geht, genau darauf berufen, wenn es so weit ist...doch Elefanten und Tiger wird es in freier Wildbahn auch in Indien bald nicht mehr geben, da die ständig wachsende Bevölkerung sich jedes "freie" Stück Land zueigen macht und keine Platz mehr für Natur übriglässt. So trägt jeder seinen Anteil bei.
Indische Schulen sind wie in China gerne von gewinnorientierten Eigentümern
- gerne in Ketten - betrieben, was Konkurrenz bedeute, was Mißtrauen bedeute und zur Abschottung statt zum Austausch beitrage. Indien habe ein derart schlechtes öffentliches Bildungswesen, zum Glück aber eine wachsende Mittelschicht, so entsünden viele neue Schulen. Der Reegierung sei nun nichts Besseres eingefallen, als allen Privatschulen vorzuschreiben, 25% der Schülerschaft aus der Nachbarschaft aufnehmen zu müssen, sogar die Gebühren dafür bezahle, doch die Schulen scheinen überfordert, diese Herausforderung konstruktiv begreifen zu können, leben sie doch, wie so viele gerne in ihrer eigenen kleinen Welt.
Da passt es wieder, dieses Sim-City-ähnliche Gebilde namens LAVASA in neulich noch nahezu unberührter Natur.
Vielen Dank für die Begleitung, so viele Worte wollte ich gar nicht machhen.
Andreas
zu Gast in Indien
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