Donnerstag, 23. September 2010

LAVASA III

Heute beginnt die Konferenz internationaler Schulen in Indien mit Referenten aus anderen Teilen der Welt.
Zum ersten Mal findet auf dem indischen Kontinent ein IB-Workshop statt: Hindu und Theory of Knowledge (TOK), zwei Fächer, die man auf dem Weg zum IB-Diplom belegen kann. Die IB-Organisation hat sich immer schwer getan, den einzelnen Regionen das Recht zuzugestehen, eigene anerkannte Weiterbildungskurse für Lehrkräfte zuzulassen. Meist wurden teure Workshops in teuren Hotels mit langer Anreise organisert und da es keine anerkannte Alternative gab, mussten alle ihre Leute dorthin senden. Nicht schlecht für die betroffenen Lehrkräfte, doch viel zu teuer auf Dauer.

Das hiesige Projekt einer neuen grünen Stadt LAVASA, keine zwei Autostunden entfernt von Bombai (Mumbai) und Poona, zwei überfüllte Orte mit wenig Luft zum Atmen, versteht als Naturressort, soll einigen Hunderttausend Menschen Wohnraum geben. Entlang dem Stausee werden Häuser nach italienischen Stil gebaut, kleine und große, die vier verschiedenen werde thematisch aufgeteilt, so dass eines den Schwrpunkt Golf hat.

Da nun die meisten Liegenschaften verkauft sind, spricht sehr vieles dafür, dass dies das neue Datschenviertel mit guter Luft, Sicherheit und anregenden Bildungsangeboten für die ganze Familie wird. 10% der Inder sollen mehr Geld haben als sie benötigen. Renomierte Einrichtungen aus der ganzen Welt haben sich hier in dem jeweiligen Tal zur Ansiedlung bewegen lassen, nicht nur die Universität von Cambridge, der beste Golftrainer, ... So werden denn hier in erster Linie Menschen leben, die hier als Dienstkräfte und Dienstleister tätig sind und hier also nicht wegkönnen. Der Ort soll börsennotiert sein, um die Weiterentwicklung zu finanzieren - oder auch nicht.

Jeden Monat, so lernte ich heute Morgen, werden 1 Mio. junge Inder auf den Arbeitsmarkt "entlassen", von denen etwa 10 % gut gebildet sind. So ist viel Platz für Arbeitskräfte für einfache Tätigkeiten und ein Anspruch auf eine Mindestbezahlung ist schwer durchzusetzen, wenn in einem jahr in Indien für etwa 1 Mio. Menschen Jobs in Wirtschaft und Verwaltung entstehen. Mathematisch blieben etwa 90 % Suchende, 11 Millionen NEUE / JUNGE in einem Jahr.

SO wundert es nicht, dass der Weg vom Rollfeld zum Flughafengebäude in Poona von mehr als 50 Menschen gesäumt wurde, deren Aufgabe es war, den Passagieren per Handzeichen den richtigen Weg zu weisen.
Auch im Hotel bist du dauernd von freundlichen Helfern umstellt, die dir die Tür aufhalten, das Geschirr erneuern, den Tisch abwischen...

Zu Füßen des Hotels wohnen Arbeitskräfte für die Baustellen mit ihren Kindern in Blechhütten ohne frisches Wasser. Ich schaue mal, was ich noch dazulernen kann.




  

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