Dienstag, 28. September 2010

Goldenes Dreick - dritter Tag und Abschluss in Delhi

Der Koffer und die Tasche sind neu sortiert,
bereit zur Abreise und Rückreise:
Mittwoch um 9 Uhr hier weg,
Zwischenaufenthalte 3 x , davon 2 in Indien.

Was gibt es noch zu schreiben?
Jaipur hatte noch einen Leckerbissen,
wie man so schön sagt:
Gestern waren wir neben dem Palast auch an dem
PALAST DER WINDE vorbeigekommen,
der aber nicht zugänglich ist, aber von außen schon...sehr.sehr. sehr.

Doch heute habe ich noch am frühen Morgen
vor dem Ansturm der ganzen Touristen und Touristenjäger
Amber besuchen zu dürfen,
ein Palast im Berg mit einem Spiegelpalast,
der einen den Atem stocken lässt.
Mit Marmor Gold, Silber, fassungen, Farben und Edelsteinen
können die Inder schon umgehen
oder waren es die Afghanen, die im 16. Jahrhundert,
als dieses errichtet wurde herrschten und die Technik mitbrachten?
Ist auch egal: Perser, Afghanen, Engländer,
meistens war Indien sowieso besetzt.
Ich konnte jedenfalls nicht aufhören zu fotographieren.
Sehr schöner Abschluss und Abschied vom lokalen Guide,
der von 40% weniger Touristen 2010 spricht,
nicht ohne noch einen Reifenwechsel abzuwarten.

Jeder Guide hat natürlich auch den heimlichen Auftrag,
seine Touristen zu Konsumenten zu machen und so ist es auch mir ergangen,
dass ich in Agra und Jaipur verschiedenen Handwerkern und Künstlern sowie anderen Fertigungsstätten zugeführt wurde, Tee bekam, und mir ganz unverbindlich in aller Ruhe anschauen durfte,
was es so Senastionelles an frischen Juwelen, Teppichen, Kleidungsstücken, Wandbehängen, Kunsthandwerk und was willst du alles haben so käuflich zu erwerben ist.
So habe auch ich mich verführen lassen
und das eine oder andere erworben,
von dem ich hoffe,
dass mir dies auch noch gefällt,
wenn das deutsche Licht darauf fällt.
Man will ja auch was mitbringen ...

Jaipur ist als Hauptstadt Rajastans mit Kamelen gesegtnet,
wenngleich hier den Touristen Elefanten angeboten werden.
Heute schrieb die Indian Times, dass eine Tourismuswerbung für Indien
mit afrikanischen Elefanten geschaltet wurde. Das passt zum Delhi 2010-Fiber.

Die Strecke nach Delhi bot wieder einige gute Motive,
doch die Straße war insgesamt sehr schlecht,
aber ratz-fatz, in gut fünf Stunden waren wir da und so hatte ich noch die Gelegenheit,
eine kleine Rundreise durch die Hauptstadt zu bekommen,
besonders den Lotus-Tempel konnte ich von außen bewundern.
Zwei Stunden waren ja dann auch nicht die Welt,
doch die Hauptstadt hat viele imposante Gebäude,
die Autos hupen lauter als auf dem Lande,
Mopetfahrer tragen Helme und
überall ist Polizei und Militär.

Sicherheitskräte hier vor dem Hotel arbeiten genauso effektiv wie gestern in Jaipur im Palast
und wie es die eine oder die andere aus dem Riga der frühen 90er Jahre kennt:
Du gehst durch einen Bogen, wie man ihn von Flughäfen kennt,
verzichtest aber darauf, deine Taschen zu leeren.
Deine Tasche gibst du auf ein Laufband,
welches durch einen Kasten läuft, wie am Flughafen,
wo sie die Sachen durchleuchten.
Dann leuchtet natürlich das böse rote Licht,
weil du ja Metall an dir hast.
Ein Mann bei Männern, eine Frau bei Frauen fährt mit einem runden Stab an deinem Körper entlang, es leuchtet immer mal wieder rot,
du guckst ihm (ihr) in die Augen, lächelst, zuckst die Schultern,
er (sie) lächelt und wünscht einen guten Tag.

Aber alle Straßen sind voll mit Straßenarbeitern, Soldaten und Polizei;
die Stimmung soll gut werden,
ist aber angespannt. Mal sehen,
was wir sehen werden,
außer wenn was Schlimmes passiert...

Meinen sehr guten Fahrer werde ich morgen verabschieden,
die Agenturleute schon heute.
Was bleibt von einer Reise,
von der ich nicht wusste,
wohin sie mich führt,
in ein gigantisch widersprüchliches Land,
mit so vielen freundlichen Menschen -
viele freuen sich sehrsehr, wenn sie gegrüßt werden,
weil die unteren Chargen selten gegrüßt werden -
wo ich selten bebettelt wurde,
jeder will überleben,
meist so wie erlernt,
wo ich heute von der sagenhaften Dynamik gespürt habe,
als wir Dehli erreichten und am größten Call-Center-Park der Erde vorbeikamen,
wo 500 neue Städte gebraucht werden,
wo die Gelassenheit spürbar ist,
aber die gewaltigen Gewaltexzesse zwischen den "Religionen" immer wieder am Leben gehalten werden,
wo 85% des Staatsgeldes Korruptionsgeld sein soll,
wie mein Jaipur-Guide wissen wollte,
doch die Entwicklungen gehen auch in Indien immer schneller voran,
dass verbindet fast alle Länder miteinander.

Und wenn man mal da war,
sieht man ein wenig anders und weiß jetzt auch was Neu Delhi und Old Delhi unterscheidet und
dass die 25-Millionen-Stadt noch Platz zum Wachsen hat,
aber einen schönen Park in der Mitte der Stadt,
wie den Tiergarten
mit einer Paradestraße mittendurch
wie die Straße des 17. Juni,
haben die Engländer gemacht:
Immerhin etwas Luft in der großen Stadt.

Dies ist das vorläufige Ende meiner Bloggungspremiere
von einer Reise nach Indien,
die nicht in Amerika endet.

Es war ein bisschen Erzählen,
was heute mal so war.

Danke fürs Zuhören beim Lesen.

Bis bald mal in Europa,
das glaube ich fünfmal in Indien passt, wenn man die Einwohner nimmt.
Ich zeige gerne Bilder zum Text, auch ohne.

Andreas auf Tour im September 2010
Zurück: Delhi - Poona - Bombai - München - Berlin

 

1 Kommentar:

  1. Ich bin gespannt wie ein Flitzebogen auf die Fotos und weitere Erzählungen. Ein ganz schönes Abenteuer hast Du da hinter Dich gebracht! Jetzt wünsche ich Dir erst einmal eine schöne und vor allem reibungslose Rückreise. Wir sehen uns Donnerstag in good old Berlin!
    Knutsch von Deiner Tochter.

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