Von all den organisatorischen Herausforderungen bekomme ich eher am Rande etwas mit.
Ulla berichtete heute von Überflutungen in Neu Dehli, wo ich ja am Sonntagmittag meine kleine Rundreise beginnen will. Die Reiseagentur beruhigte und sagte, unsere Route führe am Sonnatg gleich aus Dehli heraus, die anderen Ziele seien regenfest. Also vertraue ich meinen Organisierern und hoffe, dass alles gut vorbereitet ist. Immerhin habe ich so einen Platz für meinen Koffer in Dehli gefunden, den ich ja auf der Rundreise nicht bei mir haben muss.
Der offizielle Beginn der Veranstaltung zeigte mir heute, wie gut wir doch unsere Veranstaltungen durchführen. Schön waren Tanzbeiträge von Schülern der internationalen Schule in Pune (Poona sagte man früher, nun hat man sich auf Pune geeinigt, genauso wir man Mumbai sagt und nicht mehr Bombai, was aber nicht stimmt, denn die meisten Inder benutzen weiterhin die Kolonialnamen und das Kürzel für den Flughafen heißt "Bom"), die trditionelle Tanzelemente aus verschiednen Teilen Indiens vortrugen, aber auch zeitgenössische Tänze. Am beeindruckendsten sind aber immer die vielen farbenfrohen Textilien, die besonders die Mädchen tragen. Sannes Fotoapparart kam endlich auf seine Kosten.
Die Wortbeiträge gingen wenig über das hinaus, was Menschen an anderer Stelle sagen, bemerkenswert jedoch der stark ausgeprägte Wunsch indischer Schulen (eine Schule aus Dakar, Bangladesh ist auch dabei) mit Hilfe internationaler Schulprogramme sich einerseits von dem strikt britisch orientierten indischen Schulsystem abzuheben und Anerkennung über die Grenzen hinaus für Leistungen indischer Schulen zu erhalten.Diese Mischung aus einem Gefühl, nicht ernst genommen zu werden, und der Suche nach wirklicher Verbesserung der Schulen durch internationale Konzepte, somit "elitär" zu wirken und dies als Vorreiter ja auch zu sein, ist schon bemerkenswert und verständlich. Internationale Schulen in Indien werden oft vorwiegend von indischen Kindern besucht. Die großen Firmen wie Siemens und Mercedes haben für ihre Leute ihre eigenen Schulen.Indien sieht sich selbst als künftige Supermacht.
Wie knapp Reisen sein kann, berichtete ein US-Amerikanischer Redner, der zwanzig Minuten vor Beginn seines Workshops im ICC eintraf: Zum Glück war sein Workshop gut besucht, sonst schade.
Ansonsten wissen wir alle, dass man etwa 10.000 Stunden lernen muss, um einen Abschluss zu erlangen, dass weniger oft mehr ist, dass fleißig allein sein nicht reicht, aber auch einen Wert darstellt, dass das Rennen immer schneller Wissen zu erwerben nicht ohne die Zeit begriffen werden kann, sich die Dinge anzueignen, zu verstehen und einzuordnen, dass die Hopis keine Ohrtherapie mit Kerzen kannten und man auch kein Gehirntraining kaufen kann, auch wenn das bisweilen teuer angeboten wird, dass es nicht so sehr um die Kunst des Unterrichtens bzw. Lehrens geht, sondern um die Kunst des Lernens, dass also Bildung zu einer Dienstleistung wird, wie ein Hotel, und man angstfrei eher in der Lage ist, Neues aufzunehmen und zu verarbeiten, dass Herausforderungen bei geringem Stress besser bewältigt werden können... - ... all dies und noch viel mehr mit kleinen Übungen gegen das in den meisten Konferenzen lernfeindliche lange Sprechen!
Also Binsenweisheiten oder auch neueste Forschungserbnisse, zum Beispiel dies, dass die große Forschungsoffensive in den Girhirnen durch eine Milliardenspritze von Geroge Bush sen. initiiert wurde, dass in England jeder Mensch zum 60. Geburtstag eine kostenfreie Dauerkarte für alle Buslinien des Landes erhält, weil es zu große Mühe machen würde, die Bedürftigen herauszufiltern, so dass alle mit 60 Jahren kostenfrei durch die Gegend fahren können, egal, ob sie das selbst bezahlen könnten oder nicht,dass entwicklungsgeschichtlich Stress nicht länger als 30 Sekunden erträglich war und das menschliche Gehirne in der Regel das meiste vergesse, es sei denn es wird wiederholt. Nein, ich wiederhole jetzt nicht alles, denn das meiste kann man gleich wieder vergessen, außer das Netz, das vergisst ja nie!
Heute regnet es den ganzen Tag, erst mehr, jetzt weniger, das hat zu einer angenehmen Abkühlung auf etwa 25 Grad beigetragen...
Andreas lässt grüßen
Na, schön, dass mein Fotoapparat endlich was zu tun bekommt. Deiner hat mir am Wochenende jedenfalls gute Dienste geleistet. :-)
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