Sonntag, 26. September 2010

GOLDENES DREIECK - Anreise und Ankunft in Agra

Dehli - Agra - Jaipur
heißen die drei Eckpunkte dieser Rundreise,
die am Ende meiner Indienreise steht.

Anu hatte eine Agentur empfohlen,
die Indiviualreisen organiert. Frau Redlich hatte die Abstimmungen organisiert.

Um 8 Uhr ging es aus LAVASA los und glücklicherweise saß ich beim Frühstück nicht nur mit einem Süddeutschen am Tisch, der seit Jahren in Indien eine Schule leitet, sondern auch eine mir bis dahin unbekannte Frau aus Dehli mit Namen Poonam, die auch am Vormittag nach Dehli wollte, auch um 8 Uhr einen Wagen bestellt hatte, so dass wir beschlossen, uns ein Fahrzeug zu teilen. So konnte ich begleitet nach Dehli gelangen. Wieder Glück gehabt.

Vielleicht habe ich das bei der Schilderung der Hinreise nach LAVASA nicht hinreichend beschrieben, doch die letzte Dreiviertelstunde von Pune nach LAVASA ist eine Bergstrecke. Andere Konferenzteilnehmer berichteten, dass ihre Fahrzeuge so schwach waren, dass sie die Berge erst erklimmen konnten, nachdem die Klimaanlage ausgeschaltet wurde. Das war bei der Abfahrt natürlich kein Problem, es ging ja bergab, zumal die Fahrzeuge, in denen ich gefahren wurde, diese Schwächen nicht hatten. Fer junge Fahrer war ganz in seinem Element, rasant die Bergstraßen abwärts zu kommen. Das war meiner Mitfahrerin nicht angenehm, so dass ihr das widerfuhr, was ich und ein Großteil meiner Schwestern aus den frühen Tirolreisen kennen. Wenn man hinten sitzt kann einem schlecht werden. Ich hatte wieder Glück und behielt mein kleines Frühstück bei mir. Ich lernte nebenbei, dass die Menschen hier in den Bergen alle so klein sind, nicht aber dort im Norden, wo ihr Stamm, ihre Kaste zu Hause ist. Den Namen ihres Herkunftsstammes habe ich vergessen, doch sollen, so behauptete sie, dies die direkten (arischen) Vorfahren der Deutschen sein. Deshalb sind sie im Durchschnitt auch mehr als 10 cm größer, müssen auch größer sein, wenn sie zum Militär wollen, stellen mehr als die Hälfte des Militärs, aber noch nir wurde einer Oberbefehlshaber - wahrscheinlich, sagte sie, weil wir als heißblütig gelten. Sie selbst arbeitet seit 8 Jahren in einer Schule außerhalb Dehlis, die ein vierzig Hekta großes Grundstück ihr eigen nennt. Ihre beiden Kinder, 10 und 13 Jahre alt, gehen dort auch zur Schule, sie fahren gemeinsam mit dem Schulbus dorthin - das sei sehr "safe". Sicherheit ist ein großes Thema. Ihr Mann ist criminal lawyer (Strafverteidiger), sie stolperte über den Begriff, da er im Englischen in der Tat so klingt, als sei der Anwalt kriminell.
Staatliche Schulen, die gut seien, kenne sie nicht, die meisten Lehrer seien resigniert, so erwarte sie, dass es immer mehr Privatschulen geben wird. "Meine Enkelkinder werden wahrscheinlich ein Indien vorfinden, wie wir es uns wünschen. Es wird noch dauern, bis die Armut kleiner wird." Aber die Stämme und Kasten vermischen sich besonders in den Städten und wenn die Reglionsfrage noch entschärft wird, kann es wirklich eine Chance geben. Das Mediendesaster mit den Commenwealth-Spielen sieht sie als ein gutes Zeichen für die funktionierende Pressefreiheit. Bei den Olymischen Spielen in Peking habe es mit Sicherheit Ähnliches gegeben, doch sei die Presse dort eben noch nicht so weit. Sie unterrichtet Hindi und Englisch und fühlt sich zu Recht privilegiert. Für den Schulbesuch ihrer Kinder bezahlt sie kein Schulgeld.

Der Flug  startete pünktlich, war fast ausgebucht, doch auf einem Gangplatz hatte ich keine Chance, Dehli aus der Luft zu sehen. Das Gepäck war auch da und der Reisemensch wartete schon am Ausgang, nur meinen Koffer in Dehli zu lassen, davon wusste er nichts. Also kommt er mit.

Der Fahrer spricht einigermaßen Englisch und ist ein guter Fahrer. Nicht weit vom Flughafen furhen wir durch das Gelände der Commenwealth-Spiele, welche mit bewaffneten Posten mehrfach abgesichert ist. Es hat ja mehrere ernsthafte Anschlagsdrohungen für diese Spiele gegeben und viele Inder halten dies für das zynisch logische Ziel. zum Glückbin ich ja dann schon weg, vielleicht gibt es da auch einen Zusammenhang mit den medialen Schweirigkeiten??? Tatsächlich werden noch ganze Straßenzüge in unmittelbarer Nähe des Sportlerdorfes bearbeitet und geteert. Nach den vielen Regenfällen war ja auch nicht ganz so viel an den Straßen zu machen.

Nach Agra sind es etwa 5 Stunden, 250 Kilometer auf dem Highway Nummer 2 nach Kalkutta. Ab Agra sind es noch 1.300. EIn Highway hat zwei Spuren in jede Fahrrichtung, welche meist durch einen begrünten Mittelstreifen voneinander getrennt sind.

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